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Werkstatt Geschichte

Werkstatt Geschichte

Nach tristen Wochen im Lockdown, gab es für einige Viertklässler*innen einen spannenden Start in die Geschichte-Werkstatt. In der Stunde am Dienstag-nachmittag ging es zunächst darum, wie alles begann. Also gaaaaanz von Anfang an. Da die Entstehung der Erde viel Zeit und noch mehr Platz benötigt, ging es ab in die Sporthalle.
Ach, wie war die Freude groß, nach so langer Zeit in den geliebten Sporthallenraum zurückzukehren. Da Sportunterricht aber aktuell leider nach wie vor ausfallen muss, war alleine schon das Betreten und darin Aufhalten ein tolles Erlebnis für alle Schüler*innen. Wie anspruchslos man doch in dieser trostlosen Zeit wird…

Auch wenn körperliche Ertüchtigung leider hintenangestellt werden musste, wurden die Kinder ausreichend entlohnt. Denn auf sie wartete eine Geschichte so faszinierend, dass sie es manchmal nicht glauben konnten.

Die Geschichte zur Entstehung der Erde wird an einem schwarzen Band erzählt. Das Band ist 50 Meter lang. Ein Zentimeter entspricht 1 Million Jahre. In der Doppel-stunde wurden also 5000 Millionen Jahre Erdgeschichte erlebbar gemacht.
Alles beginnt mit einem mit Sand und Steinchen gefüllten Luftballon, der zum Platzen gebracht wird (Supernova). Nach und nach formen sich aus den Teilchen, die herumfliegen, neue Himmelskörper: unsere Sonne und mit ihr die Erde und die anderen Planeten unseres Sonnensystems. Milliarden von Jahren dauert es, bis Erde, Luft und Wasser auf dem Planeten zu finden sind. Damit Ozeane entstehen konnten, musste es zum Beispiel viele Millionen Jahre regnen. Zunächst spielt sich jegliches Leben im Wasser ab. Erst ganz unscheinbar in Form von Bakterien. Diese Bakterien legen den Grundstein für alles weitere Leben: Sie produzieren Sauerstoff.

Doch es dauert noch Milliarden Jahre bis so viel Sauerstoff im Wasser und in der Luft ist, dass komplexeres Leben entstehen kann. Alles dauert unendlich lange. Erst konzentriert sich das gesamte Leben auf die Meere. Es gibt Algen, Quallen, Muscheln und erste Fische. Doch nach und nach werden die Meeresufer grüner, die Moose und Farne, die dort wachsen produzieren neuen Sauerstoff und erste Landtiere (Lurche und Insekten) können sich vermehren.
Unser Planet verändert sich immer weiter und die größten jemals lebenden Tiere, die Dinosaurier, besiedeln Land, Luft und Meere. Vermutlich ist es ein riesiger Meteorit, der diesem gigantischen Leben ein plötzliches Ende bereitet. Doch nicht alles wird ausgelöscht und so beginnt die farbenfrohe Zeit der Säugetiere, Vögel und Blütenpflanzen. Ein Aha-Erlebnis für viele Schüler: Dinosaurier und Mammuts haben nie zur selben Zeit auf der Erde gelebt. Erste Menschenaffen bevölkern die Wälder und kurz nachdem das erste Gänseblümchen geblüht hat (ja, die gibt es tatsächlich schon länger auf der Erde als uns), betreten auch unsere Vorfahren, die Urmenschen, die Bühne. An dem 50 Meter langen schwarzen Band ist extra ein roter Streifen angebracht: Die Zeit, seit es uns Menschen gibt. Er ist lediglich 3 Zentimeter breit!

Jutta Kast

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